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Mein Name ist Hartmut, ich bin Alkoholiker - zum Glück seit 7 Jahren trocken.Ich war ein so genannter „Spiegeltrinker“Ich bin als Kind dazu erzogen worden immer „den unteren Weg zu gehen“, mich nicht zu wehren und nicht zu streiten. Wenn mir Unrecht widerfuhr, schluckte ich es, Hauptsache keinen Konflikt vom Zaun brechen. Das Runterschlucken fiel mir zunehmend schwerer. Irgendwann entdeckte ich, dass ich das, was mich quält und belastet, leichter schlucken kann, wenn ich etwas zum Nachspülen habe. Ich begann zur Entlastung zu trinken, nach dem stressigen Arbeitstag, wenn es Konflikte gab, wenn mir übel mitgespielt wurde. Dann trank ich mein Bier und es wurde mir leichter, der Frust ließ nach und der Alltag ließ sich besser ertragen.
Die Sucht kam schleichend. In den ersten Jahren waren es zwei Flaschen Bier, die mir Erleichterung verschafften, später drei, dann vier. Um das Gefühl von Distanz und Gelassenheit gegenüber meinen Alltagsproblemen und beruflichen Sorgen zu haben, brauchte ich zunehmend mehr Alkohol.
Irgendwann wachte ich morgens mit heftigen Entzugserscheinungen auf. Meine Hände zitterten so stark, dass es mir schwer fiel die Kaffeetasse zu halten ohne den Kaffee zu verschütten. Mir war kotzelend schlecht und ich würgte und würgte (das so genannte trockene Kotzen) Um überhaupt arbeiten zu können, musste ich mir morgens schleunigst Alkohol zuführen.
So wurde ich zum so genannten Spiegeltrinker: Ich hatte immer einen gewissen Alkoholspiegel im Blut. Ich brauchte ihn, um nicht zu zittern und zu würgen. Wenn ich genau die richtige Menge intus hatte, merkte man mir nichts an. Ich arbeitete ganz normal, und sprach auch vernünftig. Manchmal trank ich ein kleines Schlückchen zu viel. Dann kippte die Situation ganz schnell: Meine Bewegungen waren verlangsamt, meine Sprache ebenso. Manchmal schlief ich dann am helllichten Tag ein.
Zur Besinnung kam ich, als meine Frau mich aus unserer gemeinsamen Wohnung warf und ich in einem kleinen Appartement völlig alleine saß. Nach drei, vier Tagen realisierte ich, dass ich das, was mir eigentlich das wichtigste in meinem Leben ist, verliere: Meine Familie, meine Frau und meine vier Kinder. Ich entschloss mich eine Therapie zu machen: Vier Monate lang arbeitete ich in der Blaukreuz-Fachklinik, Radeformwald an mir selber. Ich lernte Kummer und Frust nicht herunterzuschlucken, sondern zum Thema zu machen. Ich lernte, mich mit anderen auseinanderzusetzen und auch mal zu streiten.
Heute schlucke ich nicht mehr alles einfach runter, sondern spucke vieles aus. Ich brauche nichts mehr zum Nachtrinken. In der Therapie habe ich gelernt anstelle des Erleichterungstrinkens andere, gesündere Wege zur Erleichterung und zum Stressabbau zu finden. Ich habe mich verändert und bin froh darüber, heute zufrieden trocken leben zu können. Zufrieden trocken zu sein heißt, dass ich nicht dem Weizenbier nachtrauere, das am Nachbartisch, und nicht von mir getrunken wird. Ich denke nicht: „Ich darf nicht mehr trinken“ sondern: „Ich brauche nicht mehr trinken.“ Ich habe andere Wege der Entlastung gefunden und andere Getränke, die ich in Ruhe genieße (z.B. einen frischen Espresso oder Latte macchiato)

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