Häufige Fehler im Umgang mit Süchtigen


Fehler Nr. 1

Glauben Sie Ihrem Partner/in bedingungslos alle Versprechungen, dass er/sie nun mit dem Trinken aufhören wird – endgültig und für immer.
Misstrauen könnte er/sie nämlich übel nehmen und deshalb wieder anfangen zutrinken.


Fehler Nr. 2

Übernehmen Sie alle Schuld und Verantwortung für die Situation in Ihrer Familie.
Wenn Sie lieber, netter, freundlicher, verständnisvoller wären, müssten Ihr Partner/in nicht so viel trinken und wäre öfter zu Hause.
Aber Sie fangen ja leider immer wieder an zu nörgeln und zu streiten, das hält eben keiner aus.


Fehler Nr. 3

Seien Sie nicht so ungeduldig, wenn es immer wieder zu Rückfällen kommt. Ein Süchtiger braucht Zeit, bis er/sie zur Einsicht kommt
– manchmal dauert es Jahre. Sie müssen einfach lernen, besser damit umgehen zu können.


Fehler Nr. 4

Sagen Sie niemanden etwas über die Suchtprobleme in Ihrer Familie. Behalten Sie alles für sich, weil Sie das Suchtproblem sowieso allein lösen müssen. Nur Sie kennen den Partner/in am besten. Die anderen können eigentlich nur Fehler machen.
Vor allem den Experten gegenüber müssen Sie vorsichtig sein!


Fehler Nr. 5

Wenn Sie das Gefühl haben, ihr süchtiger Partner/in kann doch nicht normal  oder kontrolliert trinken, lassen Sie ihn/sie üben und noch mal üben.
Irgendwann wird er/sie schon einmal schaffen.


Fehler Nr. 6

Schließen Sie den Alkohol weg, machen Sie Eichstriche an die Flaschen, suchen Sie nach Alkoholverstecken und schließen Sie Verträge mit den umliegenden Kneipen, Tankstellen, Kioske usw., damit Ihr Mann/Frau keinen Alkohol mehr bekommt.
Nur so ist das Problem zu lösen.

Rückfälle sind immer die Folge mangelnder Kontrolle. Strengen Sie sich an und knüpfen Sie das Überwachungssystem enger.


Fehler Nr. 7

Rufen Sie beim Arbeitgeber oder in der Schule an, wenn Ihr Mann/Frau mal wieder nicht zur Arbeit kann.
Entschuldigen Sie Ihn/Sie mit Grippe, Bronchitis oder anderen üblichen Krankheiten- Notlügen helfen schützen.
Ihr süchtiger Partner wird es Ihnen danken und sicher bald mit dem Trinken aufhören, weil er/sie spürt, dass Sie zu ihm stehen.


Fehler Nr. 8

Unterdrücken Sie ihre Wut auf den Abhängigen, ertragen Sie alles mit Geduld. Es ist Ihr Schicksal, das Sie tragen müssen, werden Sie nicht schwach, bleiben Sie stark, es hängt sowieso alles an Ihnen. Nehmen Sie dankbar das Lob der Nachbarschaft an, dass Sie so tapfer und so stark sind. Wenn Sie nicht mehr können, bricht eh alles zusammen. Sie müssen durchhalten.


Fehler Nr. 9

Wenn Sie manchmal glauben, dass es so nicht mehr weitergehen kann, strengen Sie sich noch ein bisschen mehr an.
Mit etwas mehr Willen, mit etwas mehr Einsatz kriegen Sie den Süchtigen schon weg vom Suchtmittel.
Vielleicht ist die Gesprächsführung noch nicht optimal, vielleicht waren Sie doch zu wütend und konnten sich nicht mehr beherrschen.
Denken Sie darüber nach, was Sie falsch gemacht haben, beim nächsten Mal wird es dann sicher besser.


Fehler Nr. 10

Glauben Sie nicht, was Ihnen andere über die Suchterkrankung sagen, die können Ihre persönliche Situation ja gar nicht richtig einschätzen.
Ihr Mann/Frau sind im Grunde genommen sehr liebenswerte Menschen, die hin und wieder ein wenig zuviel trinken, die eine sehr schlimme Kindheit hatten und außerdem ist der Job sehr hart. Sie stehen unter Stress, wenn Sie aggressiv zu Ihnen sind.
Die Süchtigen entschuldigen sich auch immer bei Ihnen, eigentlich kann man ihnen nicht böse sein. Sie würden alles ertragen, wenn er/sie nur die Sucht sein lassen könnte.



Aber was hilft denn nun?

Sie können nicht helfen.
Der Süchtige kann sein Problem nur allein lösen.
Sie können ihn/sie allenfalls begleiten.


Wenn Sie wirklich helfen wollen, achten Sie auf sich, tun Sie das, was Sie für richtig halten, verändern Sie sich, schützen Sie sich, seien Sie egoistisch, suchen Sie Hilfe!

Nehmen Sie sich nicht zuviel vor:

Kleine Veränderungen, die Sie sich wirklich zutrauen, führen zu einer Lösung.
Sie wissen auch schon einen Weg. Eigentlich wissen Sie ganz genau was zu tun ist:         


Tun Sie ’s !


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